CURATED BY
PALOMA BAU

Architecture & Interior Design

MADRID

Esszimmerstuhl aus Stoff und Metall Petra

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PALOMA BAU IST BAUTECHNIKERIN UND INNENARCHITEKTIN MIT SPEZIALISIERUNG AUF GEWERBLICHE PROJEKTE. SEIT 2015 ENTWICKELT SIE RÄUME, IN DENEN ARCHITEKTUR UND INNENARCHITEKTUR ZU EINER EINHEITLICHEN GESTALTUNGSSPRACHE VERSCHMELZEN. IHRE ARBEIT VEREINT FACHLICHE PRÄZISION, GESTALTERISCHES FEINGEFÜHL UND HÖCHSTE AUFMERKSAMKEIT FÜR DETAILS, UM FUNKTIONALE RÄUME MIT EIGENSTÄNDIGER IDENTITÄT UND ZEITLOSER QUALITÄT ZU SCHAFFEN.

Hoher Barhocker aus Metall Aras niedrige Rückenlehne

Für alle, die dich noch nicht kennen, Paloma: Wie würdest du dich beruflich beschreiben, und was begeistert dich am meisten daran, einem Raum Leben einzuhauchen?

Wir sind ein Studio, das sich an der Schnittstelle von Architektur und Innenarchitektur bewegt und beide Disziplinen als untrennbare Bestandteile eines einzigen kreativen Prozesses versteht. Jedes Projekt begreifen wir als eine präzise Auseinandersetzung, bei der Technik und Ästhetik im Einklang stehen, um Räumen mit einer eigenen Identität Gestalt zu verleihen. Unsere Projekte entstehen stets aus einer zentralen Idee und einer klar definierten Strategie – einem roten Faden, der den gesamten Prozess durchzieht und sich im fertigen Ergebnis widerspiegelt. [...]

Besonders begeistert uns der Moment, in dem sich eine abstrakte Idee in ein Architektur- und Innenarchitekturprojekt verwandelt: wenn alle Elemente ihren Platz finden und eine Lösung entsteht, die sowohl der Art zu leben als auch den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird, die den Raum später nutzen und bewohnen werden.

Runder Beistelltisch Ø45 cm aus Beton Mathis

"In unserem Studio verstehen wir Design als einen sorgfältigen Prozess, bei dem jede Entscheidung – so klein sie auch erscheinen mag – von Bedeutung ist."

Wie entstand die ursprüngliche Idee für dieses Projekt?

Ever-Changing entstand aus einem sehr klar formulierten Briefing der Bauherren. Von Anfang an wussten sie genau, was sie nicht wollten: keine Hotelästhetik, kein Zen-Haus und keine Beigetöne.

Sie wünschten sich ein lebendiges Zuhause – mit Farbe, Struktur und Persönlichkeit. Ein Haus, das sich gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln kann und nicht auf ein einziges Erscheinungsbild festgelegt ist.

Von diesem Ausgangspunkt aus wurde das Projekt als eine Abfolge von Raumerlebnissen konzipiert – nicht als statisches Haus, sondern als ein Weg, der sich nach und nach entfaltet.

Welches Leitkonzept bestimmte den gesamten Entwurfsprozess?

Das zentrale Leitmotiv des Projekts war die Idee der Veränderung.

Daraus entstand die Strategie, das Haus in eine Reihe funktionaler Zonen zu gliedern, von denen jede ihren eigenen Charakter besitzt. Verbunden werden sie durch ein langgestrecktes Element, das sie miteinander verknüpft und für räumliche Kontinuität sorgt.

Das Haus ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut: Einige sind stärker vom Alltag geprägt, andere eher technisch oder emotional. Doch alle sind durch einen gemeinsamen roten Faden miteinander verbunden.

Couchtisch rund Ø80 cm aus Metall und gehärtetem Glas Massia

Welche Faktoren sind für eine gelungene Innenarchitektur entscheidend?

Für mich beginnt gute Innenarchitektur nicht mit einer Ästhetik, sondern mit einer Idee.

Entscheidend ist ein klares Konzept – eine Strategie, die sämtliche Entscheidungen des Projekts lenkt: die Raumaufteilung, das Licht, die Materialien, die Oberflächen, die Möblierung und die Details.

Ebenso wichtig ist es, das Wesen der Bauherren zu verstehen und es in den Raum zu übersetzen, ohne sich von kurzlebigen Trends leiten zu lassen. Unser Anspruch ist es, Innenräume mit einer eigenen Identität zu schaffen – Räume, die Bestand haben und sich langfristig bewähren.

Und dann ist da noch das Detail. [...]. Nichts sollte aus bloßer Gewohnheit oder Selbstverständlichkeit seinen Platz haben.

"Gute Innenarchitektur entsteht durch die großen Entscheidungen – aber ebenso durch die kleinen: durch das Zusammenspiel von Materialien, ein Möbelstück, einen Schatten oder eine Textur."

Sessel aus Holz und Stoff Maiel
Esstisch rund Ø120 cm aus Glas und Holz Merne

Drei Tipps von Paloma Bau, um Harmonie in den eigenen vier Wänden zu schaffen?

1. Mit einer klaren Idee beginnen. Sie muss nicht außergewöhnlich oder spektakulär sein, aber sie sollte als roter Faden dienen, der alle Entscheidungen leitet. Wenn man weiß, welche Atmosphäre ein Zuhause vermitteln soll, fällt es viel leichter zu entscheiden, was dazugehört – und was nicht.

2. Den Raum als Ganzes denken. Harmonie entsteht nicht dadurch, dass alles perfekt zusammenpasst, sondern dadurch, dass alle Elemente miteinander in Beziehung stehen. Sie sollten dieselbe Sprache sprechen, auch wenn sie bewusst mit Kontrasten arbeiten.

3. Auf die Details achten und dem Raum Luft zum Atmen lassen. Jeden Bereich als einen Ort des Wohlbefindens verstehen, in dem nur das Wesentliche seinen Platz findet. Oft entsteht Harmonie eher durch das, worauf man bewusst verzichtet, als durch das, was man hinzufügt. Weniger ist mehr.

Woran erkennt man gute Innenarchitektur – und wodurch unterscheidet sie sich von schlechter?

"Gute Innenarchitektur zeichnet sich durch Kohärenz aus. Sie lässt sich erklären. Hinter ihr stehen eine klare Strategie, eine bewusste Intention und gestalterische Sensibilität.

Sie hängt nicht allein von schönen Möbeln oder hochwertigen Materialien ab, sondern davon, wie die einzelnen Elemente miteinander in Beziehung stehen, wie der Raum genutzt wird und ob die getroffenen Entscheidungen stimmig und nachvollziehbar sind."

Vase aus Dolomit Gilem
Tischlampe aus Metall und Glas Lucita

Was war die größte Herausforderung bei diesem Projekt?

Die Wohnung verfügte über einen langgestreckten, schmalen Grundriss mit einer sehr ausgeprägten Geometrie. Die größte Herausforderung bestand darin, zu vermeiden, dass sie wie ein langer Flur mit aneinandergereihten Zimmern wirkt.

Deshalb entwickelten wir das Konzept quer verlaufender Funktionszonen, die durch ein verbindendes Längselement miteinander verknüpft werden und die gesamte Wohnung räumlich zusammenhalten. Ziel war es, Rhythmus, räumliche Tiefe und fließende Übergänge zu schaffen, ohne die Funktionalität zu beeinträchtigen.

Indem wir Bereiche wie die Küche zugleich als Aufenthalts- und Durchgangsräume gestalteten, konnten wir den Flurcharakter deutlich abschwächen und den Weg durch die Wohnung abwechslungsreicher und angenehmer gestalten.

Welchen Stellenwert hat die Auswahl der Möbel für eine gelungene Innenarchitektur – in Prozent ausgedrückt?

Ich würde sagen: etwa 30 %.

Die Innenarchitektur bildet die Grundlage – Raumaufteilung, Licht, Materialien und Proportionen. Das Mobiliar jedoch verleiht dem Raum erst seinen Maßstab, seine Funktion und seine Persönlichkeit.

Ein unpassend ausgewähltes Möbelstück kann selbst einen hervorragend geplanten Raum aus dem Gleichgewicht bringen. Umgekehrt kann ein besonderes Stück einen Raum auf ein ganz neues Niveau heben.

Für mich ist Mobiliar keine „abschließende Dekoration“, sondern ein integraler Bestandteil der gestalterischen Erzählung.

Dolomitvase Gilim

"Die Natur ist für mich eine große Inspirationsquelle – allerdings nicht im wörtlichen Sinn, sondern durch ihre Texturen, ihre Rhythmen und ihre Unvollkommenheiten."

Hohe XL-Dolomitvase Mig Uves

Warum haben Sie sich für The Masie entschieden?

Weil The Masie perfekt zum Charakter von Ever-Changing passte. Das Projekt verlangte nach Möbelstücken, die Farbe gezielt hervorheben, dem Raum Charakter verleihen und die lebendige Atmosphäre des Hauses unterstreichen.

Mit The Masie konnten wir Möbel mit einer klaren gestalterischen Präsenz einsetzen – frisch, ausdrucksstark und mit einer zeitgenössischen Mid-Century-Anmutung, die hervorragend mit der Farbpalette und der Gesamtatmosphäre des Projekts harmonierte.

Was inspirieren Sie an unseren Möbeln?

"Ihre Möbel inspirieren mich zu einer freieren, ungezwungeneren Art des Wohnens. Ich sehe darin Stücke, die sich mühelos in einen Raum integrieren lassen und dennoch eine klare gestalterische Aussage treffen.
Mich faszinieren Möbel mit einem unerwarteten Akzent – sei es durch ihre Form, ihre Farbe oder ihre Textur."

Wenn Sie ein einziges Designobjekt aus einem beliebigen Museum der Welt mitnehmen dürften – welches wäre es?

Wahrscheinlich jedes beliebige Stück aus dem Designmuseum Danmark in Kopenhagen.

Nachttisch mit 2 Schubladen 50x42 cm aus Holz Karyna
Pack 2 Nachttische mit Schubladen 50x42 cm aus Holz Karyna

Was ist Ihr Lieblingsstück von The Masie?

Der Maiel-Sessel, den wir im Wohnbereich eingesetzt haben.

Eine Farbe

Kleinblau.

Ihr Lieblingsstil

Ich habe keinen bevorzugten Stil. Was ein Raum braucht, um wirklich gelungen zu sein, sind gestalterisches Gespür und ein stimmiges Gesamtkonzept.

Land oder Stadt?

Zum Leben die Stadt, zum Durchatmen das Land.

Vorbilder?

Charles und Ray Eames, Luis Barragán, Isamu Noguchi und Miguel Milá.

Wer ist Ihre Ikone der Innenarchitektur?

Francesc Rifé: Eleganz, Schlichtheit und Liebe zum Detail.